Tödi Westwand

Wer den Tödi im Sommer besteigen möchte, dem empfehle ich die Route über die Westwand. Es handelt sich dabei um eine landschaftlich einmalige und sehr eindrückliche Wandroute in typischem Glarner Gestein. Schuttbänder und Felsplatten wechseln sich ab. Der untere Teil gleicht einer T5 Wanderung bevor im oberen Teil Gratfeeling aufkommt. Absolute Trittsicherheit ist hier gefragt.

Ausgangspunkt ist die Planurahütte, die man am einfachsten in einer Tageswanderung vom Klausenpass her über das Chammlijoch und den Hüfifirn erreicht. Die Route führt zuerst über den Grat in der unteren Bildhälfte, danach rechts am Chli Tödi vorbei bis man über einen breiten Schuttrücken an den Wandeinstieg unterhalb des sich aufsteilenden Westgrats kommt.


Hier stehen wir am Windkessel vor der Planurahütte und bestaunen den Tödi. Die Westwand befindet sich rechts unterhalb der Wolken.


Die Planurahütte steht sehr schön in die Landschaft eingepasst auf einem Felsen am Hüfifirn. Die Hütte wurde vor Kurzem sehr geschmackvoll renoviert. Die verwinkelten Räume, die sich auf verschiedenen Niveaus um den Fels gruppieren verströmen eine aussergewöhnliche Behaglichkeit.


Wir sind bereits anderthalb Stunden unterwegs. Es ist kurz vor Sonnenaufgang und wir stehen am Einstieg zur Wand. Im Hintergrund Schärhorn, Chammliberg und Clariden.


Hier haben wir einen tollen Einblick auf die uns bevorstehende Wandroute. Zuerst quert man auf Schuttbändern in die Wandmitte. Die erste Felsstufe überwindet man über eine Rampe. Danach steigt man über Schuttbänder und Platten immer einem Bachlauf folgend hinauf.


Kraxelnd suchen wir immer den einfachsten Weg. Erstaunlich, wie mühelos man diese gewaltige Wand besteigen kann.


In der oberen Wandhälfte queren wir auf einem rosaroten (kein Witz) Felsband zum Westgrat. Es eröffnen sich ganz schöne Tiefblicke in die senkrecht abfallende Nordostwand.


Bald treten wir aus dem Schatten der Westseite der Sonne entgegen. Auf dem Gipfel bestaunen wir das ausgedehnte 360 Grad Panorama. Der Tödi ist mit seinen 3613 m.ü.M. der höchste Gipfel in der Umgebung.

Für den Abstieg stehen uns zwei Möglichkeiten offen. Über die Gelbe Wand zur Fridolinshütte und zurück ins Glarnerland oder über die Porta da Gliems ins Val Russein und weiter über die Fuorcla da Punteglias zur Puntegliashütte. Wir wählen die zweite Variante. In der Puntegliashütte gibt es ausserordentlich gute Kuchen. Dann bestellen wir ein Taxi auf die Alp da Schlans, das uns an den Bahnhof in Trun bringt.

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